Wie Ehrgeiz das Leben zerstört

Ehrgeiz kann eines der größten Hindernisse für ein erfülltes und zufriedenes Leben sein. Warum ist das so? Das deutsche Wort Ehrgeiz bedeutet „gierig nach Ehre sein“. Geiz ist althochdeutsch und hat die Bedeutung von Gier oder Verlangen. Bereits der Buddha hat vor ca. 2500 Jahren gelehrt, dass Gier (Sanskrit: Trishna) die Wurzel aller Leiden ist. So gesehen führt Geiz direkt zu einer geistigen Armutshaltung.

Je ehrgeiziger du bist, desto unzufriedener und leerer fühlst du dich. Auch im Christentum bekommen Geiz und Gier eine spezielle Rolle, sie werden zu den sieben Todsünden gezählt. Dort wird von Todsünde gesprochen, da sie den Gläubigen von der göttlichen Gnade trennt und damit der Ausschluss vom Reich Christi einhergeht. Buddha war da etwas pragmatischer in seinen Erläuterungen, er sprach lediglich davon, was zu Glück und was zu Leid führt.

Hinter Ehrgeiz liegt immer ein Minderwertigkeitskomplex, ein Mangelbewusstsein, das man durch besondere Anstrengung versucht, zu kompensieren. Je ehrgeiziger, desto größer das Gefühl der Minderwertigkeit. Wird dieser Zusammenhang nicht erkannt, kann dies direkt zum Burn-out und zur Erschöpfung führen.

Außerdem hat die Gier nach Status und Ehre zur Folge, dass du den Kontakt mit dem jetzigen Moment verlierst und so jegliche Lebendigkeit verloren geht.

Anbetracht dessen sind besonders ehrgeizige Menschen, die sich stark unter Druck setzen und hohe Ideale und Ansprüche hegen, von Gefühlen des Mangels getrieben und nicht frei. Je höher die Ansprüche und Ideale sind, desto größer das Leid.

Die Gier nach Status und Ehre reißt eine große Kluft auf, zwischen dem, was du willst und dem, was tatsächlich ist. Anspannung und Zerrissenheit sind die Folge.

Wie kommst du aus diesem Zwiespalt heraus?

Es muss eine Aussöhnung stattfinden, indem du mit dem Anteil deiner Persönlichkeit Frieden schließt, der sich klein und schwach fühlt. Nimm dich an, wie du bist, und lerne, dich selbst lieben. So kann Frieden in deine Seele einkehren.

Entwickle Achtsamkeit und Bewusstheit dafür, was in deinem Bewusstsein vor sich geht!

Hierzu ist es sehr hilfreich, sich in der Meditation der Geistesruhe (Sanskrit: Shamata) zu üben. (Wie diese Meditationstechnik funktioniert, kannst du in einem meiner nächsten Blogartikel über Buddhismus & Meditation lesen.)

Kommt der eigene Geist mehr und mehr zur Ruhe, kannst du deutlicher sehen, was in ihm vor sich geht. Dann kannst du mit größerer geistiger Klarheit deine Aufmerksamkeit auf deine Ziele richten und prüfen, was deine tatsächliche Motivation ist und zu hoch angesetzte Ziele gegebenenfalls aufgeben oder zumindest einen entspannteren Umgang mit ihnen finden.

Wenn du erkennst, wie das Bewusstsein des Mangels dich antreibt, immer wieder neue und höhere Ziele zu setzen, dann gewinnst du Klarheit, die schließlich dazu führt, eigene Ideale und Ziele realistischer wählen zu können. Das wiederum hat zur Folge, dass dein Leben sich entschleunigt und du entspannter und zugleich zufriedener wirst.