Wie du schwierige Emotionen jetzt in den Griff bekommst

Hast du dich auch schon einmal so richtig darüber geärgert, dass eine Emotion mit dir durchgegangen ist und du etwas gemacht hast, was du unter normalen Umständen niemals getan hättest?

Emotionen können extrem überwältigend sein. Sie können sich wie eine Welle machtvoll auftürmen und drohen, uns einfach wegzuspülen. Wut, Ärger, Angst, Einsamkeit, Trauer, Enttäuschungen und Hoffnungslosigkeit können so stark sein, dass wir andere oder uns selbst bereit sind umzubringen.

Mach dir bewusst, wie machtvoll Gefühle sein können. Denn wenn du dich das nächste Mal mitten in einer heftigen Emotion befindest, kann dir das viellicht das Leben retten!

Was ist eine Emotion überhaupt?

Zuerst einmal ist es sinnvoll zu verstehen, was Emotionen eigentlich sind. Zwischen Gedanken und Emotionen besteht kein grundsätzlicher Unterschied. Beides sind nichts anderes außer Bewegungen in unserem Bewusstsein. Emotionen sind Gedanken, denen wir große Bedeutung beimessen.

Wie die drei Wurzelgifte dein Bewusstsein trüben

Der Buddha lehrte, dass störende Gefühle und negative Emotionen die Hauptursache von Leid sind. Da sie dein Bewusstsein trüben und dich ziemlich unglücklich machen können, werden sie auch als Geistesgifte bezeichnet.

Es gibt drei Hauptemotionen oder Wurzelgifte: Unwissenheit, Verlangen und Abneigung.

Durch die Kombination dieser drei ergeben sich 84.000 negative Emotionen, zu den der Buddha jeweils 84.000 Belehrungen als Gegenmittel gab. Deshalb spricht man im Buddhismus davon, dass es 84.000 verschiedene Belehrungen gibt.

Im Allgemeinen wird aber von fünf negativen Emotionen gesprochen, nämlich  Verlangen, Zorn bzw. Abneigung, Verwirrung, Stolz und Eifersucht.

Warum erleben wir negative Emotionen?

Der Grund ist unsere Unwissenheit. Wir glauben an ein von der äußeren Welt unabhängig existierendes "Ich". Dadurch entsteht eine Trennung zwischen einem selbst und anderen. Aus dieser Trennung zwischen Innen und Außen entstehen Emotionen.

In der Meditation geht es darum, die wahre Natur des Bewusstseins zu erkennen.

Lernen wir loszulassen, entsteht Raum im Bewusstsein. Du erkennst, dass Gedanken nicht dinghaft und greifbar sind. So kannst du Grenzenlosigkeit und Weite im Bewusstsein erfahren.

Dies ist die wahre Natur deines Bewusstseins.  Erkennst du diese, schwinden damit gleichzeitig alle negativen Emotionen und leidvollen Geisteszustände.

Erkennst du das wahre Wesen deines Bewusstseins nicht, bist also weiter unbewusst, führt diese Verwirrung dazu, dass man endlos mit Anhaftung oder Ablehnung zu den Dingen reagiert.

Und wenn du aufgrund dieser Verwirrung erneut negativ handelst, entstehen neue negative Eindrücke im Bewusstsein. Wenn diese Eindrücke reifen, erfährst du dann erneutes Leid und machst eine ähnlich Erfahrung wie zuvor. Aufgrund derer du erneut handelst und sich deine negativen Muster dann verstärken. Es festigt sich die Tendenz, negativ zu handeln und dein Karma verschlechtert sich entsprechend. Ein Teufelskreislauf entsteht.

Wie kommst du aus diesem Teufelskreislauf heraus?

Indem du dich in Bewusstheit übst! Diese entsteht hauptsächlich durch Meditation, in der du dich in einer Sichtweise übst, die in der Lage ist, diese Wellen im Bewusstsein auflösen zu lassen. Eine spezielle Technik, die ich in meinen Meditationsseminaren immer wieder erläutere.  

Zusätzlich ist es sinnvoll, sich in positivem Verhalten zu üben und zu versuchen, negatives Verhalten, das anderen schadet, aufzugeben. Konkret heißt dies, andere nicht mit Taten, Worten oder auch negativen Gedanken zu verletzen.

Es ist wesentlich leichter, den Umgang mit Emotionen schon in der Meditation zu üben, als im alltäglichen Leben, wenn es drunter und drüber geht und wir leicht die Kontrolle über uns verlieren können. Deshalb ist die Praxis der Meditation so wichtig. Wir beginnen auf dem Meditationskissen den Umgang mit den Emotionen zu üben. Dann wird es uns leichter fallen, uns angemessen zu verhalten und die Übung in den Alltag zu integrieren.

Wie Meditation funktioniert

„Wir beginnen mit dem Blick nach innen, sind achtsam, erkennen die Emotion ohne zu reagieren und lassen sie sich selbst auflösen. Das direkte Schauen ins Innerste einer Emotion enthüllt die dynamisch-kreative und zugleich leere Natur des Geistes und verwandelt die Emotion in eine Kraft der Befreiung.

Haben wir einmal entdeckt, dass es kein Ich gibt, das in Beziehung zu anderen genährt oder verteidigt werden müsste, sind alle Konfliktmöglichkeiten aufgehoben.

Die Zahl der Gegner ist unendlich, wie der Raum: unmöglich ist es, sie alle zu unterwerfen. Kann ich jedoch meinen Ärger meistern, so ist das wie ein Sieg über alle Feinde.“

Gendün Rinpoche

Wie man konkret mit Emotionen innerhalb der Meditation übt, zeige ich dir in meinen Meditationskursen und Seminaren! 

Wann das nächste Seminar stattfindet, erfährst du hier!

Alles Gute wünscht dir,
Till Ahrens